KISMET Online - Das muslimische Lifestyle-Magazin

Es ist ein brütend heißer Tag in Gaza-Stadt. Das Dröhnen der israelischen Drohnen ist kaum zu überhören. Eigentlich sollte sich die 17-jährige Asma Gedanken über ihr anstehendes Anglistik-Studium machen. Meistens kommt es eben doch ganz anders, als man denkt. Der jüngste Krieg setzt ihren akademischen Ambitionen ein jähes Ende. Zumindest solange wie die israelische Operation „Protective Edge“ andauert. Wie es danach weitergeht, das weiß die junge Frau nicht. Kurz vor dem Beginn der ersten längeren Waffenruhe, bombardiert Israel die Universität Gaza. Das Gebäude besteht aus sechs Stockwerken und zahlreichen Hörsälen. Das Institut ist eines von zwei Einrichtungen, das ein Studieren für Frauen ermöglicht. Und noch dazu das Größte. Inskribiert hatte Asma bereits, das Studium sollte am 30. August beginnen. Sie liebt die englische Sprache und träumt davon eines Tages als Übersetzerin für die internationalen Unternehmen in ihrer Heimat zu arbeiten.

Die junge Frau kann sich aber auch einen Job im Ausland vorstellen. Als sie sieben Jahre alt ist, plant die Familie nach Kanada auszuwandern. Zu dieser Zeit leben Tausende israelische Siedler auf einer Fläche von 40% des Gazastreifens. Ihr Vater entschließt sich gegen das Auswandern, er sorgt sich um die kulturellen Unterschiede. Heute ist Asma froh über seine Entscheidung, sie hätte ihre Heimat und ihre Freunde zu stark vermisst. Ob und wie es mit dem Studium weitergeht, steht in den Sternen. Das Universitätspersonal arbeite an einer Lösung, geschehen ist bislang nichts.

Die erneuten Angriffe auf Gaza machen die Situation nicht leichter. Die Feuerpause nutzt die Familie für eine Reise nach Ägypten, um den studierenden Sohn zu besuchen. Er hat soeben sein Bachelor-Studium in Kairo beendet und reist demnächst nach Spanien, um seinen Master zu absolvieren. Der Weg führt über die Halbinsel Sinai, die Straßenzüge gleichen denen aus einem Kriegsfilm. Panzer, Soldaten und Militärfahrzeuge prägen das Bild einer sonst sehr einsamen Wüstenlandschaft. „Eine falsche Bewegung und sie hätten uns erschossen“, ist Asma überzeugt. Wann es wieder zurückgeht, das weiß die junge Frau nicht.

Alles liegt in Schutt und Asche

Der Kriegsalltag würde sie bestimmt rasch einholen. „Ich glaube nicht, dass ich mich von irgendeinem anderen Bewohner in Gaza unterscheide. Wir tun einfach nichts. Was sollten wir, jedes Mal wenn wir unsere Häuser verlassen, müssen wir damit rechnen von einer Rakete getroffen zu werden.“ Asma verweist auf die zahlreichen Angriffe, wie den auf den Marktplatz in Al-Sadschaija. Die Bilder zeigen ein völlig dem Boden gleichgemachtes Gebiet. Ein riesiger Trümmerhaufen, ein möglicher Wiederaufbau kostet Millionen von Euros.

Hilfe, die wohl nicht aus dem benachbarten Ägypten kommt. Seit dem Militärputsch im vergangenen Sommer und der Wahl des Ex-Generals Abd al-Fattah as-Sisi zum Präsidenten, liegt der Führung in Kairo sehr wenig an einer Hilfe für die Hamas. Die palästinensische Organisation gilt als Teil der Muslimbruderschaft, deren Auslöschung sich die ägyptische Führungselite auf die Fahne schreibt. „Wir geben den Regierungen, nicht den Menschen die Schuld für das Schweigen. Was sollen wir auch denken, wir werden getötet und bombardiert“, meint eine aufgebrachte Asma in Bezug auf die Passivität der arabischen Nachbarstaaten.

Zurück in das Kriegsgebiet von Gaza. Asma spricht über die Warnschüsse Israels, die 120 Sekunden vor einem Raketenangriff einschlagen. Menschen laufen innerhalb von zwei Minuten um ihr Leben, lassen Hab und Gut hinter sich. Manche Familien haben weniger Glück und werden unter ihren eigenen Häusertrümmern begraben. Ob die Hamas Zivilisten als menschliche Schutzschilder missbraucht? Die junge Palästinenserin verneint, sie habe derartiges noch nie beobachtet. Recht gibt ihr der aus Gaza berichtende BBC-Journalist Jeremy Bowen. Ein von der israelischen Armee veröffentlichtes Video stellt sich als Fälschung aus Syrien heraus.

Propaganda ist in diesem wie auch in vergangenen Gaza-Kriegen ein probates Instrument für beide Seiten. Schließlich entscheidet die mediale Wirksamkeit über Sieg oder Niederlage. Interessiert das die Menschen in Gaza? „Wir wollen ein Ende der Belagerung. Diese totale Zerstörung muss ein Ende finden.“ Asma spricht den Bewohnern des Gazastreifens aus dem Herzen und gibt sich kämpferisch. „Es geht nicht um Hamas oder Fatah. Es geht um die Verteidigung und Widerherstellung unserer Rechte. Wir sind ein Volk und wir kämpfen als Einheit. Bis auch wir in Freiheit und Würde leben!“

Mit Menabuzz ist ein neuer politischer Blog im deutschsprachigen Raum online. Das von den gleichen Machern wie KISMET Online gestartete Projekt, setzt sich mit den bunten Facetten der Nahost-Politik auseinander. Im Fokus steht dabei eine „alternative Berichterstattung abseits des Mainstream“, die auch humorvoll sein soll.

Menabuzz bedient sich neben klassischen Artikeln, auch dem von Buzzfeed bekannten Listing-Format. Dabei werden Themen in einer vereinfachten und multimedialen Darstellung der Leserin und dem Leser nahe gebracht. Zum Start gibt es neben einer Empfehlung für Twitter-Follower zur aktuellen Lage in Ägypten, eine Liste über die vermeintlichen Gründe der geringen Wahlbeteiligung bei der jüngsten Präsidentschaftswahl im Land der Pharaonen.

Link: www.menabuzz.de

Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt ist für zahlreiche muslimische Berufssuchende eine große Hürde. Sei es die ethnische Zugehörigkeit oder das Kopftuch, immer wieder kämpfen junge Frauen in Österreich trotz akademischer Ausbildung mit dem Start einer erfolgreichen Karriere. Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) nahm dies zum Anlass, um ein umfassendes Mentoring-Projekt zu starten.

“Wir denken, dass unser Mentoring-Projekt ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit und Arbeitsmarktöffnung für Musliminnen ist. Die Liste unserer hochkarätigen Mentorinnen zeigt, welche Bedeutung dieses Thema für den Arbeitsmarkt hat”, erläutert MJÖ-Vorsitzende Amira Alkhatib die Beweggründe. Über mehrere Monate hinweg erhielten junge Musliminnen einen tiefen Einblick in die Berufswelt erfolgreicher Frauen und konnten so ein umfangreiches berufliches Netzwerk aufbauen. Am 22. Mai 2014 feierte die MJÖ gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, öffentlichen Institutionen und Medien den erfolgreichen Abschluss des Projektes.

“Das ist unser aller Problem”

Neben einem Theaterstück, das sich kritisch mit alltäglichen Klischees beschäftigte, gab eine anschließende Diskussion einen guten Einblick in den Berufsalltag und seine Herausforderungen für junge Frauen. Dabei diskutierten Autorin und Lektorin Amani Abuzahra sowie die Mentorinnen Sabine Herlitschka (Infineon Vorstandsvorsitzende), Anna Steiger (Vizerektorin der TU Wien) und Standard-Journalistin Petra Stuiber.

Begeistert von dem Projekt, warb Anna Steiger andere Mentorinnen für zukünftige Trainings an und strich heraus, dass die Technik-Branche eine ganz besondere Herausforderung ist. “Unternehmen müssen sich ändern. Die TU Wien hat eine Studie zu Musliminnen auf der TU gemacht und die Wirtschaft befasst sich noch gar nicht damit. Frauen an sich haben es schon schwer in dieser Branche, Musliminnen nochmal schwerer”, sagt Steiger.

Petra Stuiber rief indes zur Frauensolidarität auf: “Das ist nicht nur euer Problem, das ist unser aller Problem, weil es ein Frauenproblem ist. Die Ablehnung eines Teils von Frauen ist die Ablehnung von Frauen insgesamt”.

(Bild: Muslimische Jugend Österreich)

In der wohl schwersten Stunde seit Ende des Bosnienkriegs, hat die jüngste Naturkatastrophe die Menschen in Bosnien und Herzegowina wieder näher gebracht. „Der Krieg ist Geschichte, jetzt zählt die Menschlichkeit“, schildert der ehemalige Soldat Ibro Begic, der bei der Überflutung seines Landes sein Leben riskierte, um serbische Bewohner zu retten.

Bei der schlimmsten Naturkatastrophe in 120 Jahren regnete es in Teilen des Balkans innerhalb weniger Tage soviel wie in drei Monaten. Das Übertreten der Save kostete in Bosnien 20 Menschen das Leben, mehr als 100.000 Häuser wurden zerstört und bis zu einer Million Menschen mussten zeitweise evakuiert werden.

Der in Tesanj lebende Begic gründete umgehend nach der Katastrophe eine Hilfsorganisation, um den Bewohnern der mehrheitlich serbischen Bevölkerung in Doboj zu helfen. Gemeinsam mit zehn Freunden kümmerte er sich um Lebensmittel, Decken und Schlauchboote und fuhr über die einzig verbliebene – aber höchste gefährliche – Straße – in Richtung Doboj.

Angekommen in der kleinen Stadt, begrüßten ihn die Menschen mit großem Dank, aber sichtlich geschockt von den Ereignissen. „Gott fordert von uns, allen Menschen zu helfen. Ich bin mir sicher, dass sie das Gleiche für mich getan hätten“, so Begic über seine Beweggründe.

Katastrophe als Wendepunkt?
In der Stadt Zepce, rund 30 Kilometer weiter südlich von Tesanj, richteten kroatische Bewohner eine Schule als Unterkunft für die vor der Zerstörung flüchtenden Muslime ein.
„Um ehrlich zu sein, war ich sehr überrascht über die Solidarität. Menschen brachten uns Lebensmittel und Kleidung, sogar ihre Wohnung stellten sie uns zur Verfügung“, zeigt sich Elvir Cizmic, ehamlige Kriegsveteran und Stadtbewohner gerührt. Für ihn gelten die Ereignisse als „Wendepunkt in der Beziehung der drei Bevölkerungsgruppen“.

Sogar Politiker auf höchster Ebene wie Milorad Dodik, bekannt für seinen serbischen Nationalismus, brachten ihren Dank zum Ausdruck. „Im Namen aller Bewohner von Samac bedanke ich mich bei der (mehrheitlich muslimischen) Stadt Gradacac für ihre Hilfe“, sagte Dodik.

Einfache Worte, die aber schwer wiegen in einem Land, das den grausamsten Krieg auf europäischen Boden seit Ende des Zweiten Weltkriegs erleben musste.

Mit den Rufen „Freies Schwimmbad für alle“ und „Zurück nach Medina“ zogen Sympathisanten der rechtsextremen „Forza Nuova“ (Neue Kraft) jüngst durch die Straßen Venedigs. Auslöser für die Demonstration war die Entscheidung eines Schwimmbades, bestimmte Öffnungszeiten für muslimische Frauen einzurichten.

In einer Stellungnahme des Sportvereins verteidigte Präsident Ugo Di Mauro die Entscheidung und verwies auf die Zusammenarbeit mit dem Integrationsverband Usip: „Das ist eine großartige Gelegenheit um die Vielfalt unserer Kultur zu bewerben!“

Die Pilotphase des Projekts ist auf drei Wochen angelegt und soll bei Erfolg verlängert werden. Die extreme Rechte in Italien machte bereits mehrmals gegen derartige Vorstöße mobil. Die Polizei hielt den Protestzug letztlich vor dem Sportgebäude auf, wo es zu kleinere Gerangel kam.

In Italien leben rund 1,7 Millionen Muslime, darunter 20.000 zum Islam konvertierte Italiener.

In Brasilien leben nach unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen einer und zwei Millionen Muslime. Am 12. Juni geht die größte Fußballshow der Welt in der Heimat von Samba und Copacabana über die Bühne. In zwölf Städten spielen die besten Mannschaften um die begehrte goldene Trophäe. Darunter sind in diesem Jahr auch zahlreiche Länder mit einer großen muslimischen Bevölkerung wie Algerien, Bosnien und Herzegowina, Kamerun, Nigeria und die Elfenbeinküste.

Die islamische Union in Brasilien nützt in Zusammenarbeit mit der Omanischen Botschaft die Gelegenheit und verteilt das 32-seitige Buch „Salam Brasilien“. Darin finden muslimische Fans und Offizielle alle notwendigen Infos wie Adressen von Halal-Restaurants, Moscheen und islamischen Kulturzentren. Zudem gibt es eine Einführung in die Geschichte des Islams in Brasilien und einen Überblick über das muslimische Leben in dem südamerikanischen Land.

Kurz vor dem dritten Jahrestag der ägyptischen Revolution, setzt die Militärregierung ihren Kampf gegen die Opposition fort. Neben einer weiteren Verhaftungswelle gegen Anhänger der Muslimbruderschaft, rücken immer mehr säkulare Gegner in das Visier der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung.

Der renommierte Universitätsprofessor Emad Shahin muss sich gegen Vorwürfe wehren, wonach er ausländische Kräfte unterstützte und Ägyptens Sicherheit bedrohe. Der als „Grande Espionage“ bekannt gewordene Fall richtet sich auch an den vom Militär abgesetzten Präsidenten Muhammed Mursi. Bereits zuvor ist ein Verfahren gegen den Politikwissenschaftler Amr Hamzawy wegen Beleidigung der Justiz eröffnet worden.

In einer ersten Stellungnahme des sich nicht in Ägypten befindlichen Shahin, dementiert er die Vorwürfe. Das Strafverfahren sei „politisch motiviert“ und völlig „aus der Luft gegriffen“. Zahlreiche internationale Kollegen, wie der an der George Washington Universität lehrende Nathan J. Brown, bezeichneten die Anschuldigungen als „lachhaft und absurd“.

Zu den Arbeitgebern von Shahin gehören Harvard, Notre Dame und die American University Kairo. Shahin und Hamzawy haben mehrmals den Militärputsch und dessen Auswirkungen öffentlich verurteilt.

(Bild: Alhamra) Die Welt durch Kinderaugen sehen: Der österreichische Nachwuchsautor Adis Serifovic nahm es sich besonders zu Herzen und verfasste mit seinem Erstwerk eine Botschaft der Verständigung. Die kunterbunte Welt von Elif und Clara führt die beiden Freundinnen durch zahlreiche Abenteuer.

Das im Alhamra Verlag erschienene Kinderbuch „Abenteuer von Elif & Clara: Der geheime Schlüssel“ richtet sich an Kinder im Alter von 8 bis 10 und erschafft eine kunterbunte neue Welt. Auf der Suche nach dem „Schlüssel der Integration“ lernen sich die Akteurinnen besser kennen und erkennen die vielen Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede treten in den Hintergrund und es entsteht eine tiefe Freundschaft.

Das Buch zeichnet sich durch seinen Wortwitz und die Liebe zum Detail aus. Ein spannendes Plädoyer für mehr Miteinander, das auch für interessierte Erwachsene zu empfehlen ist. Das Buch „Abenteuer von Elif & Clara: Der geheime Schlüssel“ ist im Alhamra Verlag erschienen und ist für 9,90 EUR erhältlich.

(Bild: Courtesy of Noujaim Films) Eigentlich ist es keine wirkliche Überraschung: Der Dokumentarfilm “The Square” steht auf der ersten Anwärterliste des Oscar-Filmpreis. Am 16. Januar 2014 stehen die fünf offiziellen Nominierungen fest. Regisseurin Jehane Noujaim könnte sich somit auf einen weiteren renommierten Filmpreis freuen.

Obwohl eine Nominierung bereits ein großer Erfolg ist, wäre der Erfolg bei der wichtigsten Auszeichnung in der Unterhaltungsbranche keine Sensation. „The Square“ hat bereits prestigeprächtige Preise beim Sundance Film Festival und dem Toronto International Film Festival erhalten.

Der Film erzählt die bewegende Geschichte junger Menschen, die im Januar 2011 für die Freiheit Ägyptens auf die Straße gingen. Während die einen dabei mit ihrem Leben bezahlten, feierten Millionen anderer nach der erfolgreichen Revolution ein neues Ägypten. Die Doku ist ein überaus emotionales und zugleich inspirierendes Drama.

Die Oscar-Verleihung findet am 2. März 2014 im Dolby Theatre in Hollywood, Kalifornien statt. Die Veranstaltung wird in mehr als 225 Länder live übertragen.

Ramadankalender, Feiern mit den Kindern oder das Einschlafverhalten nach dem Vorbild des Propheten Mohammed (sas): Die Website grünebanane.de bietet seit zwei Jahren wertvolle und umfassende pädagogische Tipps aus dem Blickwinkel muslimischer Eltern.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Bastelanleitungen und Spieleempfehlungen. Mitmachen kann jeder und jede nach einer kurzen Registrierung. Bereits über 3.000 Familien sind Teil der Online-Community. Auf Facebook lassen sich gar mehr als 7.000 Fans inspirieren.

Die ehrenamtliche Familienplattform ist ein Projekt der karitativen Einrichtung „Muslime helfen“. Als Zielgruppe werden Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren angegeben. Alle Informationen sind zudem kostenlos einsehbar.