Mit “China and Islam: The Prophet, the Party, and Law” legt der Anthropologe und Rechtswissenschafter Matthew S. Erie an der Oxford University erstmals eine Studie zu islamischer Gesetzgebung im post-sozialistischen China vor. Er zeigt auf, wie Hui-Chinesen islamische Gesetze als mijian (nicht offizielle) Gesetze in China interpretieren. Dabei untersucht er im Rahmen seiner anthropologischen Feldstudie Geistliche, Jugendliche, Lehrerinnen sowie Parteikader, wie diese islamische und sozialistische Gesetzgebung in Einklang miteinander in Verbindung zu suchen trachten.
Matthew S. Erie, China and Islam: The Prophet, the Party, and Law, Cambridge University Press, 2016

Der Anthropologe an der San Diego University, Avi Max Spiegel, zeigt in seiner Studie auf, warum muslimische Jugendliche Teil von islamistischen Bewegungen werden und wie sie darin partizipieren. Es räumt mit Generalisierungen und einfachen Dichotomien auf, die die allgemeine Debatte über den politischen Islam prägen. Ein Lesemuss für all jene, die die Komplexität des Islamismus verstehen wollen und eine Vorstellung über die Zukunft des Mittleren Ostens erahnen wollen.
Avi Max Spiegel, Young Islam. The New Politics of Religion in Morooco and the Arab World, Princeton University Press, 2015.

Alexander Thurston, derzeit Visiting Professor für African Studies and der Georgetown University, hat mit “Boko Haram. The History of An African Jihadist Movement” die erste umfangreiche Studie zu dieser Organisation vorgelegt. Mit dieser Studie erlaubt er Einsicht in bisher nicht bekannte Dokumente aus dem Arabischen wie Hausa. Thurston führte Interviews, analysierte Propagandavideos, Presseerklärungen mit ExpertInnen in Nigeria, Kamerun und Niger. Er veranschaulicht, dass Boko Haram alles andere al seine statische Organisation ist und zeichnet ihre Werdung nach. Dabei setzt er das Werden von Boko Haram in einen Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit dem Staat, Politikern, verschiedenen muslimischen Gruppen und der christlichen Gemeinden. Ein unglaublich tiefer Einblick.
Alexander Thurston, Boko Haram. The History of An African Jihadist Movement, Princeton University Press, 2018.

„Der Islam, das Islam, was Islam?“ ist der Untertitel dieses provokanten Buches von Kerim Pamuk. Dieser versucht mit Humor und scharfer Schreibfeder gegen gängige Vorurteile anzuschreiben. Von A wie Allah über B wie Burkini bis Z wie Zuckerfest ist alles dabei, was man für den Alltag brauchen kann. Eine empfehlenswerte Lektüre zum Lachen und Nachdenken zugleich.
Kerim Pamuk, Der Islam, das Islam, was Islam? Ein Lexikon für Durchblicker, Güters Loher Verlaghaus.

Viel wurde und wird darüber geschrieben. Wie aber erklärt man Gründe für ein Gelingen bzw. Nichtgelingen islamistischer Mobilisierung in der Politik? Auf diese Frage versucht der Politikwissenschaftler Quinn Mecham in seinem kürzlich veröffentlichten Werk „Institutional Origins of Islamist Political Mobilization“ eine Antwort zu finden. Dabei rezipiert er nicht nur die breite Literatur zu dieser Thematik, sondern geht auch neue innovative Wege und schafft es damit, ein Gesamtbild abzugeben sowie Einschätzungen über mögliche Zukunftsszenarien zu geben.
Quinn Mecham, Institutional Origins of Islamist Political Mobilization, Cambridge University Press, 2017.

Wie es möglich war, dass zum einen eine Transition zu Demokratie in Indonesien möglich war, erklärt dieses Buch ebenso wie es der Frage auf den Grund geht, wie es zu einer toleranten, aber illiberalen Gesellschaft in Indonesien gekommen ist. Jeremy Menchik geht in “Islam and Democracy in Indonesia. Tolerance without Liberalism” dem scheinbaren Paradox auf die Spur, wie eine illiberale Demokratie in Indonesien zustande kam.
Jeremy Menchik, Islam and Democracy in Indonesia. Tolerance without Liberalism, Cambridge University Press, 2017.