Algerien im Kalten Krieg

Während des Kalten Krieges blieb Afrika eine Bühne für das Theater der beiden Supermächte. Während die Rolle von subsaharischen Ländern hingänglich bekannt und untersucht ist, wird die neue Studie der Politikwissenschafters Mohammed Lakhdar Ghettas nun einen Blick auf den Norden des Kontinents. Ghettas beleuchtet die US-algerischen Beziehungen in dieser Zeit. Während Algerien zum einen sozialistisch war und gleichzeitig konkrete US-Außenpolitiken wie der Israelpolitik und dem Engagement der USA in der westlichen Sahara diametral entgegenstand, versuchte sie sich als Führerin in der Dritten Welt und als blockfreier Staat eine eigenständige Politik zu formulieren. Basierend auf neuen Archivöffnungen bietet dieses Werk neueste Einblick für Hisotriker und darüber hinaus interessierte.

Mohammed Lakhdar Ghettas, Algeria and the Cold War. Internatinoal Relations and the Struggle for Autonomy, I.B. Tauris, 2018.

“Justice in Palestine”

Im Studienjahr 2008-2009 wurde in Folge der Operation Cast Lead der israelischen Armee eine Studentenbewegung geboren. Die preisgekrönte Journalistin Nora Barrows-Friedman durchreiste von 2013 bis 2014 die Vereinigten Staaten, um diese Studentenbewegung und ihre Aktivisten sowie ihre politische Arbeit zu dokumentieren. Die Studentenbewegung „Justice in Palestine“ hat es insbesondere geschafft, BDS wieder stärker in den Fokus zu bringen. Dieses Buch bietet nicht nur einen Überblick über die wichtigsten Akteure, sondern gibt auch Tipps mit und zeigt, welches Potential in dieser Arbeit liegt.

Nora Barrows-Friedman, In our Power. U.S. Students Organize for Justice in Palestine, 2014.

Israels Selbstzerstörung

Der in Tel Aviv lebende amerikanische Journalist Gregg Carlstsrom, welcher derzeit für The Times und The Economist arbeitet, zeigt in seinem neuen Buch „How long will Israel survive? The threat from within“ auf, wie wenig es heute in Israel einen Konsens darüber gibt, was es bedeutete, Israeli zu sein und was Zionismus heute ausmacht. Carlstsrom argumentiert, dass interne Konflikte in Israel immer größer werden und die früher tendenziell säkulare und liberale Gesellschaft sich immer stärker selbst fragmentiert. Selbst Orte der Zusammenkunft und der gemeinsamen Sozialisation wie das Militär werden immer mehr zum Schauplatz für gegeneinander rivalisierende Gruppen. Eine interessante Analyse.

Gregg Carlstsrom, How long will Israel survive? The threat from within, Oxford University Press, 2017.

Religion in pluralen Kontexten

Wie können Religionen mit unterschiedlichen Wahrheitsansprüchen in einer dialogischen Art miteinander leben, sodass Differenz und Diversität gelebt werden können, ohne dass ein Konsens definiert wird, an welchem sich alle halten müssen? Darauf versucht das von Christian Wiese, Stefan Alkier und Michael Schneider herasugegebene Werk „Diversität, Differenz, Dialogizität. Religion in pluralen Kontexten“ Antworten zu geben.

Christian Wiese, Stefan Alkier, Michael Schneider (Hg.), Diversität, Differenz, Dialogizität. Religion in pluralen Kontexten, De Gruyter, 2017

Charles Taylors säkulares Zeitalter

Charles Taylor hat mit seinem Hauptwerk „Ein säkulares Zeitalter“ eine Unmenge an Diskussionsstoff freigesetzt. Erstmals machen es sich mehrere WissenschafterInnen zur Aufgabe, das Potential dieses Werkes aus interdisziplinärer Perspektive zu beleuchten. Führende Stimmen aus der Wissenschaft sezten sich mit einzelnen Aspekten von Taylors Werk auseinander und diskutieren Potential wie auch blinde Stellen des Meisterwerkes.

Florian Zemmin, Colin Jager, Guido Vanheeswijck (Eds.) Wokring with A Secular Age. Interdisciplinary Perspectives on Charles Taylor’s Master Narrative, De Gruyter, 2017.

Terrorismus im Frankreich der 1980er Jahre

Markus Lammert zeigt in seinem Buch „Der neue Terrorismus, Terrorismusbekämpfung in Frankreich in den 1980er Jahren“ auf, wie sich Frankreich schon recht früh weniger mit dem Linxextremismus, als mit dem Extremismus aus dem benachbarten und ehemals kolonialisierten Algerien auseinandersetzte und wie dies die Gesellschaft änderte. Dabei blickt er sowohl auf Sicherheitsdiskurse und insgesamt darauf, wie Frankreich seine iegene Terrorismusbekämpfung entwickelte. Etwas kontextlos, aber der Dichte der Informationen verdankend ein guter Überblick über den untersuchten Zeitraum.

Markus Lammert, Der neue Terrorismus, Terrorismusbekämpfung in Frankreich in den 1980er Jahren, De Gruyter, 2017.