Seit Monaten kommt es in Burma zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der buddhistischen Mehrheitsbevölkerung und der rund 5%-igen muslimischen Minderheit. In den vergangenen Tagen erreichte die Gewalt einen neuen negativen Höhepunkt. An nur einem Tag brannten Unbekannte mehr als 40 Moscheen und von MuslimInnen bewohnte Häuser nieder.

Bereits Tage zuvor kam es zu gewalttägigen Übergriffen mit mehr als 32 Toten, 9,000 Menschen trieb es in die Flucht. In Burma leben rund 50 Millionen Menschen, darunter 5% MuslimInnen, die mehrheitlich aus Indien, China und Bangladesch stammen.

In einem Interview mit der New York Times spricht ein Politiker der Shan-Bewegung, die die zweitgrößte Ethnie in Burma vertritt, über die Ausmaße der ethnischen Unruhen. „Das Misstrauen ist so groß, dass jeder und jede eine Waffe griffbereit hat“, sagt Hkun Htun Oo.

Politische FührerInnen in Burma sprechen der politischen Führung eine maßgebliche Schuld für die Ausschreitungen zu. Nach der einsetzenden Demokratisierung im Jahre 2007, versprach Präsident Thein Sein eine Deeskalation sei oberste Priorität.

„Unsere Erwartungen waren sehr hoch, die Demokratie sollte alles besser machen“, zeigt sich Zau Ba, Dekan einer Baptisten-Schule in Myitkyina, enttäuscht. „Wir erhofften uns soziale Gerechtigkeit, aber wir haben uns wohl zu viel erhofft“, so sein ernüchterndes Resümee.

(HS/KISMET Online)