Es hört sich an wie eine klassische Erfolgsgeschichte eines Migranten und doch ist es ein bisschen mehr. Ein kleiner Junge verlässt mit drei Jahren seine Heimat Irak, um nach Dänemark auszuwandern. Viele Jahre später findet er einen alten Plattenspieler und nimmt ihn mit nach Hause. Er entdeckt die Kunst des „Scratching“, das rhythmische Bewegen einer laufenden Schallplatte. Kurze Zeit später gehört er zu den weltweit besten DJs, reist quer durch die Welt und gilt auf seinen „Turntables“ in Sachen Geschwindigkeit als unbesiegbar.

Levent Shakur Othman, besser bekannt als DJ Turkman Souljah, gewinnt mehrfach die dänischen und skandinavischen DJ-Meisterschaften und scheitert nur knapp am Weltmeister-Titel. Das Wort „Aufgabe“ ist dem heute 28-jährigen Othman fremd. „Ich kämpfe weiter, wenn Allah es für mich vorherbestimmt hat, werde ich auch eines Tages Weltmeister sein“, zeigt sich der Künstler selbstbewusst.

Vom Vater viel gelernt

Dieser Sportsgeist wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater Adnan war ein erfolgreicher Leichtathlet. „Ich habe viel von meinem Vater gelernt, mit Ehrgeiz und Fleiß kann man alles erreichen“, blickt Othman stolz zurück.
Auch die beiden Brüder Timucin und Yusuf teilen seine Leidenschaft für Musik. Othman ist bekannt für seine Schnelligkeit an den Turntables und einer großen Portion Humor. Eine weitere Spezialität des jungen Dänen ist der Mix von klassischer Musik und modernen Beats. Und auch am Piano macht ihm keiner so schnell etwas vor, spielt er Mozart oder Rachmaninov wie von Geisterhand.

Seit einigen Jahren tourt er als DJ für die dänische Popband Outlandish, die mit ihrer Single „Aischa“ einst einen Welthit landeten und in Dänemark auch heute noch die unumstrittene Nummer Eins sind. Und wäre dies alles nicht schon genug, ist Othman auch auf seine Herkunft ungemein stolz.

„Es berührt mich, wenn ich turkmenische und türkische Märsche höre und dass ich ein Teil dieser großartigen Kultur bin“, beschreibt Othman seine kulturelle Herkunft. Die irakischen Turkmenen zogen bereits im 10. Jahrhundert in Richtung Mesopotamiens, dem heutigen Irak, und entstammen den türkischen Oghusen.
Mit einer derartig historischen Vergangenheit und einer großartigen Gegenwart, scheint dem Dänen eine noch erfolgreichere Zukunft zu blühen. „Inscha Allah, so Gott will“, würde Othman sagen.

(HS/KISMET Online)
Bilder: DJ Turkman Souljah