In unserer neuen Interview-Serie zur österreichischen Bundespräsidentschaftswahl, stehen uns die Kandidaten und die Kandidatin Rede und Antwort. Alle erhalten die gleiche Anzahl an Fragen zum Thema Islam und MuslimInnen in Österreich. Den Anfang macht SPÖ-Veteran Rudolf Hundstorfer.

Gehört der Islam zu Österreich?

Wir haben 8,5 Millionen Einwohner, eine halbe Million davon sind Muslime, die sich zu verschiedenen muslimischen Glaubensrichtungen zugehörig fühlen. Diese Menschen sind Teil unseres Landes. Dass wir eine strikte Trennung zwischen der Religion und dem Staat haben, ist klar. Die Spielregeln sind in der Verfassung geregelt.

Wie stehen Sie zum Bau von repräsentativen Moscheen in Österreich?

Wenn alle rechtlichen Voraussetzungen eingehalten werden, spricht nichts dagegen. Grundsätzlich müssen solche Vorhaben im Vorfeld mit der lokalen Verwaltung und Bevölkerung besprochen werden. Es bringt nichts, wenn es zu gegenseitigen Anfeindungen kommt. Nur der Dialog führt zu einer gemeinsamen Lösung.

Sind Sie für oder gegen ein Kopftuchverbot im öffentlichen Raum?

In Österreich ist das kein Thema.

Warum soll eine muslimische Österreicherin/ein muslimischer Österreicher Ihnen ihre/seine Stimme geben?

Ich mache keine Politik für Muslime, Christen oder Juden. Ich will ein Bundespräsident sein, der den sozialen Zusammenhalt stärkt und stets das Verbindende vor das Trennende stellt. Ich will ein Bundespräsident für alle Österreicher und Österreicherinnen sein, unabhängig von ihren sozialen Herkunft, der religiösen Zugehörigkeit, des Alters oder des Geschlechts.