Eigentlich hätte der von der ÖH Wien organisierte Theaterabend am 14. April mit dem Namen „Schutzbefohlene performen Jelineks Schutzbefohlene“ eine vollkommen friedliche Veranstaltung sein sollen. Geplant war, dass eine Gruppe von ausgewählten Flüchtlingen das neuste Theaterstück der österreichischen Literaturpreisträgerin und Schriftstellerin Elfriede Jelinek im Audimax der Universität Wien aufführen und die Flüchtlings- und Asylpolitik Österreichs, sowie ganz Europas zu kritisieren.

Die Viersprachige Vorstellung – gesprochen wurde auf Arabisch, Deutsch, Englisch und Farsi – war gut besucht, mit mehr BesucherInnen als sich auf den ca. 750 Sitzplätzen ausgingen. Nach einer halben Stunde der Aufführung wurde das Theaterstück unterbrochen. 40 – 50 Identitäre stürmten in den Raum und hielten einen Banner mit der Aufschrift „Heuchler. Unser Widerstand gegen eure Dekadenz.“ Hoch. Sie riefen Parolen, spritzten mit Kunstblut und verteilten Flyer mit dem Titel „Multikulti tötet“.

SchauspielerInnen wie auch BesucherInnen wurden teils von ihnen in Handgemengen verletzt. Am Ende setzten sie aber das Theaterstück fort, wenn auch mit weniger SchauspielerInnen als zuvor. Die Polizei bestätigt indes, dass in acht Fällen wegen Körperverletzung ermittelt wird.

Salme Taha Ali Mohamed