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Globale Hungersnot


Der Mangel an Lebensmitteln, der Treibhauseffekt und der dramatische Preisanstieg für Öl und Lebensmittel führte zu einer ernst zunehmenden weltweiten Hungersnot, die weitere 100 Millionen Menschen in die Armut treibt.Die Nahrungsmittelpreise sind seit 2000 weltweit um 75 % angestiegen und der Preis für Weizen steigerte sich sogar um 200 %. Die Kosten für andere Güter wie Reis und Sojabohnen haben ebenfalls Rekordhöhen erreicht, während Getreide so teuer ist, wie in den letzten 12 Jahren nicht mehr.

Entsprechend der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist in den ärmsten Ländern der Erde ein Preisanstieg für wichtige Grundnahrungsmittel um 56 % zu erwarten, so dass 37 Länder bald einer Hungersnot ausgeliefert sind mit dramatischen Auswirkungen für die Bevölkerung wie weitreichender Unterernährung, Hungertoten und Unruhen.

Preisanstieg, Nahrungsknappheit, Klimakatastrophen

Ist der Preis für Reis und Weizen erst einmal angestiegen, verursachen andere Faktoren eine Verschlechterung der Situation. Die Menschen beginnen in Panik auszubrechen und fangen an, Vorräte anzusammeln. Spekulanten kaufen das Angebot auf und die nahrungsmittelproduzierenden Länder verhängen Exportbeschränkungen, um für ihre eigene Bevölkerung Nahrungsmittel zu sichern. Dementsprechend bleibt weniger für den Export an die Länder übrig, die von Nahrungsmittelimporten abhängig sind. Die immer weiter steigenden Preise für Getreide wirken sich wiederum auf die Kosten für Fleisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte aus.

Hinzu kommen Umweltkatastrophen verursacht durch den Klimawandel, wie das Vordringen der Wüste (Desertifikation) in China und im südlichen Teil Afrikas. Immer häufiger auftretende Überschwemmungen und sich verändernde Niederschlagsvorkommen haben erhebliche Auswirkungen auf die Agrarproduktion. Die Erderwärmung trägt ebenfalls zur Preissteigerung bei, da sich der Fokus in der Landwirtschaft von der Nahrungsmittelproduktion auf die Herstellung von Biotreibstoffen verlagert hat.

Neue Gestalt der Hungersnot

Das altbekannte Muster der Hungersnot ist dabei, sich zu wandeln. Es nicht mehr nur die ländliche Bevölkerung, die davon betroffen ist, sondern auch die Menschen in den Städten. Obwohl Lebensmittel im Überfluss in den Supermärkten erhältlich sind, können es sich viele nicht mehr leisten, sie zu kaufen. Das ist die neue Gestalt der Hungersnot.

Der dramatische Preisanstieg von Weizen in Afghanistan hat nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) dazu geführt, dass schätzungsweise 425.000 Haushalte nicht mehr in der Lage sind, genügend Lebensmittel zu kaufen. Von 36 Ländern, die momentan unter einer Nahrungsmittelkrise leiden, liegen 21 in Afrika, wo 2,9 Mio. Menschen jedes Jahr verhungern. 315 Mio. Menschen im südlichen Teil Afrikas leben von weniger als 0,60 € am Tag.

Die Realität vor Ort – einige Beispiele

Afghanistan: Die afghanische Bevölkerung erlebte in den letzten Monaten einen Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel um 200 %. Zum Beispiel kostete ein Sack Weizenmehl letztes Jahr noch 1.100 Afghani (14,30 €) und jetzt 3.500 Afghani (45,30 €). Der Anstieg hat dazu geführt, dass immer häufiger Fälle von Kinderarbeit und Bettlern auf den Straßen auftreten.

Irak: 2007 kosteten 50 kg Weizenmehl im Irak 4.000 irakische Dinar (IQD), umgerechnet 2,20 €. Heute liegt der Preis bei 10.000 IQD, rund 5,40 €. Der Verkaufspreis für 50 kg Reis stieg um 154 %. Die hohen Lebensmittelpreise haben zu einem Anstieg der Kriminalität geführt, im Besonderen werden Supermärkte und Lebensmitteltransporte ausgeraubt.

Somalia: 80 % der Somalier sind nicht in der Lage, sich selbst zu ernähren. Der Preisanstieg führte dazu, dass ein 50 kg Sack mit sich um 18 % von 21 € (2007) auf 25 € (2008) verteuerte.

Islamic Relief aktiv gegen Hungersnot

Die internationale Hilfsorganisation Islamic Relief führt in über 30 Ländern Nothilfe- und Entwicklungsprojekte durch, um die Menschen mit ausreichenden Lebensmitteln zu versorgen. Nicht nur die Verteilung von Lebensmitteln als Nothilfe spielt dabei eine große Rolle, sondern auch die Förderung einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit. Dazu gehören Projekte im Bereich Einkommenssicherung, Gesundheit, Bildung und Wasser.

Marina Frisch | Islamic Relief Deutschland

 

10.07.2008 | E-Mail an die Redaktion



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