Bereits zum dritten Mal veröffentlichen die Politikwissenschaftler Farid Hafez und Enes Bayrakli den jährlich erscheinenden europäischen Islamophobie-Bericht (EIR).

Die aktuelle Ausgabe beleuchtet islamophobe Vorfälle und Entwicklungen in 33 Ländern, darunter zahlreiche EU-Staaten sowie Russland und Norwegen. Die einzelnen Analysen verfassen namhaften WissenschaftlerInnen und Personen aus den jeweiligen Zivilgesellschaften.

Der Länderbericht für Österreich zeigt 143 Fälle auf, insbesondere im institutionellen Bereich sowie in Medien und Bildung. Zudem verweist er auf mehr als 200 Meldungen von Hasskriminalität und Diskriminierung nationaler Dokumentationsstellen. Die Dunkelziffer sei womöglich höher, da die europäische Menschenrechtsagentur FRAU davon ausgehe, dass nur 12% der diskriminierten MuslimInnen Fälle melden.

Als Negativ-Highlights sind das Burka-Verbot, die Debatten rund um islamische Kindergärten sowie der Diskurs um ein mögliches Kopftuchverbot im Staatsdienst erwähnt. Auch der islamophobe Hass im Netz steigt weiter. Abschließend befürchtet Hafez eine deutliche Zunahme von Diskriminierungen gegenüber österreichischen MuslimInnen. Grund dafür ist das aktuelle VP-FPÖ Regierungsprogramm und die darin angedeuteten Maßnahmen.