Uni-Dozentin will Islam-Reform
Eine jemenitische Schweizerin verlangt in einem Interview eine neue Auslegung des Quran. Und die Gleichberechtigung.Elham Manea fordert in einem Interview mit dem Online-Magazin "Sicherheit-heute" eine "grundsätzliche Neu-Interpretation" des Qurans. Die Dozentin an der Züricher Universität ist Mitglied im "Forum für einen fortschrittlichen Islam". Die Zeit sei reif für eine menschliche Interpretation des Islam. Elham verlangt eine neue Interpretation von Quran-Versen im Hinblick auf den textlichen und historischen Hintergrund. Dabei verweist sie auf die Bürgerrechte und Gleichberechtigung von Mann und Frau im 21. Jahrhundert.
Nach Ansicht von Manea müsse man zwischen zwei Ebenen des islamischen Glaubens unterscheiden, der spirituellen Beziehung des Menschen zu Gott und der legalistischen und Scharia-Seite, die einer ernsthaften Überprüfung unterzogen werden müsse.
Eine derart freie und rationale Lesart des Islam erfordere einen säkularen und demokratischen Staat. Nur ein solcher Staat könne den Menschen und seine oder ihre Würde schützen, ihn oder sie respektieren als Erwachsenen, der fähig ist, seine oder ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.
Elham Manea ist im Jemen geborden und lebt heute in der Schweiz. Sie hat unter anderem in den USA, Kuwait und Jemen Politikwissenschaften studiert.
Fotocredit: ipz.unizh.ch
| 04.11.2006 | E-Mail an die Redaktion |




