Religion im Klassenzimmer
Vergangene Woche diskutierte in Wien ein prominentes Podium über den Einfluss von Religion an Österreichs Schulen. Zahlreiche junge Menschen lauschten der angeregten Diskussion.
Inwiefern ist Religion im Klassenzimmer notwendig? Mit dieser Frage setzten sich fünf ExpertInnen aus unterschiedlichen Sichtweisen am Mittwoch (24.02.2010) in den Räumlichkeiten der IRPA (Hochschulstudiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen in Wien) auseinander.
Nach einem Eingangsstatement von Anas Shakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, sah der evangelische Bischof Michael Bünker die Religion im Klassenzimmer als "sozialen Faktor" an, die zudem als höchstes Maß im Leben einzustufen ist.
Liberaler Ruf nach Ethikunterricht
Darüber hinaus soll Religion im öffentlichen Bereich präsent sein. Amena Shakir, Leiterin der IRPA, schloss sich der Meinung von Bünker an und meinte, dass Religion in der Schule unabdingbar sei.
Für Heide Schmidt, Gründerin der Partei "Liberales Forum" waren Themen wie Ethik im Klassenzimmer und Gleichberechtigung für religiöse Symbolik ein persönliches Anliegen. "Die Religion sollte eine friedensstiftende und integrative Wirkung haben", äußerte Schmidt. Frau Moser-Zoundjiekpon vom Schulamt der Erzdiözese Wien, schloss sich den Meinungen von Heide Schmidt und Bünker an.
Themen wie das Kopftuch, Migration und Integration diskutierten die TeilnehmerInnen sehr emotional. Das Publikum nahm aktiv an den Diskussionen teil und brachte persönliche Erfahrungen mit ein. Das Gespräch endete mit den letzten Worten der TeilnehmerInnen in Hinsicht auf die Zukunft der Religion im öffentlichen Bereich. Bünker, Shakir und Moser-Zoundjiekpon blickten hoffnungsvoll in die Zukunft der Religion, während Schmidt in ihren Schlussworten nach wie vor ihre Meinung über "Ethik als Pflichtfach" verteidigte.(Bild: Joachim Müllerchen)
(esa)