Kopf der Woche: Farid Hafez
Anfang März erhält der Politikwissenschaftler den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das politische Buch 2009. Sein Werk "Islamophobie in Österreich" ist die erste umfangreiche Arbeit über das negative Islam-Bild in der hiesigen Gesellschaft.
Hoch erfreut zeigt sich Farid Hafez über die Auszeichnung durch die sozialdemokratische Bildungsakademie. Das Renner Institut zeichnete ihn gemeinsam mit dem renommierten Wissenschaftler und Nahost-Experten John Bunzl für ihre gemeinsame Buchpublikation "Islamophobie in Österreich" mit dem Anerkennungspreis für das politische Buch 2009 aus.
Der 28-jährige Hafez erblickte im oberösterreichischen Ried im Innkreis das Licht der Welt. Dank seines multikulturellen Familienhintergrunds lernte er früh den Umgang mit unterschiedlichen Kulturen kennen. Bereits in jungen Jahren zeigte er großes Interesse am internationalen politischen Geschehen und wurde in seiner Schulzeit politisch aktiv.
Hafez sah seine muslimische Identität nicht als Hindernis für ein Leben in der hiesigen Gesellschaft. Ganz im Gegenteil: Seine eigenen positiven Erfahrungen leiteten ihn zu einer Idee für ein erfolgreiches Modell in Österreich.
Hafez schlägt universitäre Laufbahn ein
Mit 16 Jahren gründete der Oberösterreicher mit Freunden eine Jugendinitiative, die später als Muslimische Jugend Österreich Geschichte schreibt. Seit mittlerweile fast 15 Jahren gilt die Organisation als die wichtigste deutschsprachige muslimische Jugendvertretung in Österreich.
Nach seiner Matura verschlägt es Hafez nach Wien, wo er Politikwissenschaften studierte. Nebenbei absolvierte er einen Master-Studiengang an der Donau-Universität Krems, um danach innerhalb von zwei Jahren seine Dissertation mit dem Titel "Islamophober Populismus" zu schreiben. Darin analysiert er die Moschee- und Minarettverbotsdebatten im Kärntner und Vorarlberger Landtag. Derzeit forscht und lehrt er an zwei Instituten an der Universität Wien.
Quotenforderung bleibt fraglich
Das Kulturmagazin "The Gap" wählte den Politikwissenschaftler im vergangenen Jahr zu den "100 österreicherinnen mit besonderer zukunft". Zahlreiche TV-Auftritte und Publikationen in Qualitätszeitungen machen Hafez zu einer Stimme, die nicht nur in der Wissenschaft gehört wird. Seine Ausgewogenheit und Sachlichkeit zeichnen ihn aus.
Im Rahmen einer Veranstaltung der "Alliance of Civilizations" forderte Hafez jüngst eine Quotenregelung für MigrantInnen im öffentlichen Dienst. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, bleibt jedoch mehr als fraglich.
Für 2010 kündigte Hafez bereits weitere Publikationen an, darunter ein Jahrbuch für Islamophobieforschung, das wie sein Werk "Islamophobie in Österreich" eine Pionierleistung in diesem Feld darstellt.
| 28.02.2010 | E-Mail an die Redaktion |





