KISMET folgen KISMET folgen  |   Fan werden Fan werden  |   RSS abonnieren  |  Über KISMET  |  Kontakt  |  Impressum   |  Bookmark and Share
Sie befinden sich hier:  Startseite / News / Leben

Künstlerische Blicke durch den Schleier


Während Länder wie Dänemark und Frankreich der Verschleierung der muslimischen Frau kritisch gegenüberstehen und scharf kritisieren, zeigt sich Österreich in einem anderen Licht.

Die ORF-Religionssendung "Orientierung" behandelte Mitte Februar das heißt diskutierte Thema eines möglichen Burka-Verbots in Europa. Einleitend waren sich europäische PublizistInnen, Präsidenten und PolitikerInnen über ein Verbot dieses Gesichtsschleiers einig.

Während die verschiedensten Argumentationen für das Verbot, von "Ganzkörpergefängnis" bis hin zur "stoffgewordenen Frauenunterdrückung in Europa, die dem Gedanken der Frauenberechtigung widerspricht", hier ihren Platz fanden, reagierten zwei muslimische Persönlichkeiten gelassen. Die Debatte werde "ohne Grundlage" geführt, da die Entscheidung jedem Individuum selbst überlassen sein solle und die Anzahl derjenigen, die ihr Haus ganz verhüllt verlassen, ohnehin verschwindend gering bis nicht existent ist.

Fragwürdige Debatte


"Die wenigen, die ich kenne, tragen es aus Überzeugung und selbstbestimmt. Wieso solle man denn sofort behaupten, dass die Frau von ihrem Ehemann dazu gezwungen werde?", fragte sich Carla Amina Baghajati, Mediensprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Um sich selbst ein Bild von der Lage der verhüllten Muslimin machen zu können, beschlossen die zwei österreichischen Künstlerinnen Greta Znojemsky und Isabel Czerwenka-Wenkstetten einen Tag mit dem Gesichtsschleier durch die Straßen Wiens zu schlendern.

Die Reaktionen der Menschen waren "hochachtungsvoll oder sehr abschätzend", beschreibt Znojemsky. "Man wird von wildfremden Menschen angesprochen, die sich jedoch keinem Gespräch aussetzen wollen, sondern nur nebenbei Kommentare wie 'Du schaust wie ein Grab aus' ablassen", registrierte Czerwenka-Wenkstetten, die durch diese Erfahrung auch einsah, dass sich die Frau in Europa den modischen Zwängen unterwirft, was in der Ganzverschleierung nicht der Fall ist.

Die Politikwissenschaftlerin Birgit Sauer vermutete, dass die Diskurse rund um ein mögliches Burka-Verbot womöglich nur "an bestimmte Kulturen und Religionen" gerichtet sei, "die nicht in die Wertegemeinschaft von Europa passen". Auch die Tatsachen, dass die im TV-Beitrag verwendeten Schleier im Internet bestellt wurden sowie die geringe Anzahl an vollverschleierten Frauen in Europa, zeigen die fragwürdige Emotionalität der Debatte. (Bild: Ranoush.)

(hm)

 

06.03.2010 | E-Mail an die Redaktion

Ihr Name




Bitte beantworten Sie diese kleine Rechenaufgabe (Schutz vor SPAM und Werbekommentaren)

Das Ergebnis aus:     =  





E-Mail

Format

waymo - Jugendplattform
islam.de - Deutschlands größte Islam-Plattform
MarocZone - das marokkanisch arabische Netzwerk
Drucken | Powered by Koobi:CMS 7.24 © dream4®
KISMET ist ein österreichisches Nachrichtenmagazin zu den Themen Islam und Muslime/Musliminnen.