Erneut Schmierereien in Mauthausen
Rund ein Jahr nach der islamfeindlichen und antisemitischen Botschaft an der Außenmauer des ehemaligen Konzentrationslagers im oberösterreichischen Mauthausen, beschmierten erneut Unbekannte das Gelände.
In Oberösterreich machte jüngst Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl (SPÖ) auf eine erneute Schmiererei an der Außenmauer der KZ-Gedenkstätte Mauthausen aufmerksam. „Türk‘ und Jud‘, giftigs’s Blut“ war darauf zu lesen. Vor fast einem Jahr gab es einen ähnlichen Vorfall, als der Spruch "Was unseren Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut, seid auf der Hut! 3. Weltkrieg - 8. Kreuzzug" vor Ort zu lesen war.
Michael Tischlinger, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, geht davon aus, dass es sich bei beiden Aktionen um dieselben Täter handeln könnte. Eine konkrete Spur fehlt allerdings. Als eine erste Reaktion forderte Ackerl eine intensivere Überwachung „rechtsextremer Umtriebe“ im gesamten Bundesland. Auch die die Bundesjugendvertretung (BJV) zeigt sich zutiefst bestürzt.
Scharfe Verurteilung
"Jetzt ist die Politik gefordert. Die Schmieraktion an einer Stätte der schlimmsten Verbrechen in unserer Geschichte darf nicht verharmlost werden", so BJV-Vorsitzende Rodaina El Batnigi.
Das Dokumentationsarchiv Islamophobie (DAI) verurteilte ebenfalls die Tat. "Dies ist abscheulich und muss auf das Schärfste verurteilt werden. Erneut zeigt sich, dass Antisemitismus und Xenophobie weiterhin eine ernstzunehmende Bedrohung für den gesellschaftlichen Frieden sind", so DAI-Vorsitzender Alexander Steffek.
(APA/red)
| 09.03.2010 | E-Mail an die Redaktion |





