Wie denken JournalistInnen über Integration?
Eine neue Publikation untersuchte Einstellungen von ChronikjournalistInnen österreichischer Tageszeitungen zu den Themen Migration und mediale Integration. Erfreuliches Ergebnis: Ein hohes Problembewusstsein ist bei fast allen Befragten gegeben.
Im neuen Dossier des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) untersuchte Karin Zauner, Mitarbeiterin im Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien, die Einstellungen von ChronikjournalistInnen österreichischer Tageszeitungen zu den Themen Migration und mediale Integration. Insgesamt wurden 26 MedienverteterInnen aus 13 Medien befragt, darunter die zehn reichweitenstärksten Tageszeitungen Österreichs, die Nachrichtenagentur APA, die Tageszeitung Österreich und die Wiener Zeitung.
Rund 85 Prozent der ChronikjournalistInnen werden als "problembewusst" und "differenziert denkend" beschrieben. Die Gruppe der "Problembewussten" bewertet die Darstellung der MigrantInnen in den österreichischen Medien als problematisch, weil MigrantInnen häufig mit negativen Ereignissen wie Kriminalität (Drogen, illegale Zuwanderung, Raub, Mord, Schlepperbanden), Problemen im Bildungssystem, im Wohnungsbereich und mit fehlender Integrationswilligkeit in Verbindung gebracht werden.
Vorgaben der Führungsebene als Hemmnis
81 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass MigrantInnen überwiegend negativ dargestellt werden, acht Prozent meinen, die Darstellung sei neutral, der Rest meint überwiegend positiv. Die am häufigsten genannten Kontexte sind Kriminalität, soziale Themen, politische Konflikte, Einzelschicksale und Sprachprobleme. Auf die Frage, wie Migranten und Migrantinnen in Medien dargestellt werden, nehmen die meisten Befragten eine Differenzierung zwischen Boulevardzeitungen und Qualitätszeitungen vor.
Insgesamt bewerten 50 Prozent der befragten JournalistInnen die Berichterstattung über MigrantInnen in den österreichischen Medien als zu wenig. 31 Prozent erklären, sie sei ausreichend. Argumente für die geringe Berichterstattung in den österreichischen Medien sind laut Studie Vorgaben der Führungsebene, ökonomische Überlegungen und Angst vor negativer Berichterstattung.
Integration wird von allen JournalistInnen als ein heikles und polarisierendes Thema gesehen. Das gesamte Dossier kann auf der
Website des Integrationsfonds heruntergeladen werden.
(OTS)