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Buchkritik: Feindbild Islam?


Mit „Feindbild Islam? Der Diskurs über Muslime in Bundestagsdebatten vor und nach dem 11. September“ ist ein Werk veröffentlicht worden, das die parlamentarischen Debatten rund um Islam und MuslimInnen analysiert.

Dabei werden alle deutschen Bundestagsdebatten analysiert, die zwischen dem 1. Jänner 2000 und dem 31. Dezember 2006 die Begriffe Islam oder Muslim beinhalteten. Ganze 119 Mal wird über Islam und MuslimInnen gesprochen. Interessant ist dabei v.a., dass die Analyse Debatten vor und nach dem 11. September in die Analyse erforschen möchte.

Der Arbeit, die bereits 2007 als Abschlussarbeit am Institut für Soziologie der Universität Leipzig vorgelegt wurde, mangelt es jedoch trotz später Veröffentlichung an der Inklusion neuester Literatur zum Thema. Während sich Klug auf die Kritische Diskursanalyse beruft, wird auch hier nicht die neueste Literatur, die seit 2006 entstanden ist, berücksichtigt. Das schadet der Arbeit insofern, als die Erforschung parlamentarischer Debatten sowohl durch die VertreterInnen der Kritischen Diskursanalyse weiterentwickelt wurde, als auch die Erforschung des Feindbilds Islam seither v.a. im deutschsprachigen Raum Fortschritte mit sich gebracht hat.

Nichts desto trotz liegt mit dieser Arbeit erstmals eine Analyse über ein Thema vor, das sonst kaum Beachtung findet. Sie zeigt v.a. auf, wie stark migrations- und religionspolitische Diskurse miteinander verflochten sind. MuslimInnen werden beinahe immer als MigrantInnen thematisiert. Überraschend ist auch der breite Konsens, der über die verschiedenen Fraktionen hinweg im deutschen Bundestag zum Thema Islam herrscht. Dem Islam wird eine Friedlichkeit als wesenhaft zugeschrieben. Es gilt ein Dissoziationsgebot von Terror und Islam.

Die Autorin selbst nimmt jedoch – stark im Widerspruch zur Kritischen Diskursanalyse – oft selbst einen wenig kritischen Blick ein. So etwa die analysierten Assimilationsforderungen, die meist von der Partei der Linken kritisiert werden, und von der Autorin kaum Beachtung erhalten. Eine These der Autorin ist es, zu zeigen, dass MuslimInnen v.a. dann auf Ablehnung stoßen, wenn sie als MigrantInnen wahrgenommen werden, nicht aber aufgrund de r Religion. Wenn aber gerade ein „deutscher Islam“ verlangt wird und die Vereinbarkeit von Religion und Grundgesetz als Agenda der Islamkonferenz thematisiert wird, ist der Fokus doch durchaus auf die Religion gerichtet. Ein wichtiges Thema, das kritischer hätte beleuchtet werden sollen.

Petra Klug: Feindbild Islam? Der Diskurs über Muslime in Bundestagsdebatten vor und nach dem 11. September. Tectum Verlag. 2010


 

08.08.2010 | E-Mail an die Redaktion

 

Kommentare
Am Montag, 11.Okt 2010, 04:11 schrieb Li
Also ich habe das Buch auch gelesen und ich finde nicht unkritisch. Sie kritisiert nicht direkt, aber an den Analysen merkt man schon, dass sie einen scharfen Blick hat. Ich fands sehr interessant und die Trennung von Migration und Religion ziemlich wichtig und einen ganz neuen Aspekt, der total unbelichtet ist. Aber es hätte wirklich früher veröffentlicht werden sollen.

@dizy: Kannst Du diesen Ton bitte auf einer anderen Seite anschlagen!
Am Sonntag, 8.Aug 2010, 19:54 schrieb dizy
sind die moslems so sexualgestört. frauen sollen ihre haare nicht zeigen ( weil der mann dann ....?) sie dürfen sich nicht freizügig anziehen ( weil der mann...?) sie dürfen nicht mit dem anderen geschlecht befreundet sein ( weil der mann ....?) die mädchen sollen nicht auf die klassenfahrt, weil sie dann was mit den jungst habe könnten, welches genauso in der schulzeit passieren kann. nicht schwimmen gehen, weil man den körper in seiner vollen form erkennen kann. für mich basiert der islam auf ein extrem sexuelgestörte eintellung dem menschen gegenüber. irgendetwas stimmt da nicht. und auch wenn ich als muslimin auf die welt gekommen bin, schäme ich mich für diese religion und wie die menschen diese ausleben. was für ein elend......alles sex sex sex....obwohl die radikalen christen net viel anders sind...

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