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Die zerstörten Synagogen Wiens


Synagogen gibt es in Wien seit eh und je. Im Jahr 1204 wurde erstmals schriftlich eine Synagoge dokumentiert. Wo der heutige Judenplatz ist, war im 14. Jahrhundert die erste Judenstadt mit 70 Häusern angesiedelt, die 1420 gewaltsam aufgelöst wurde.

Erst Ende des 16. Jahrhunderts wurde den Juden ein ständiger Aufenthalt in Wien gewährt. Wo heute die Leopoldskirche türmt, war die zweite Judenstadt angesiedelt, der aber keine lange Lebensdauer beschieden war. 1670 wurde diese aufgelöst und die BewohnerInnen des Landes verwiesen. Im 17. Und 18. Jahrhundert konnten trotz des hohen Ansehens der sogenannten „Hofjuden“ (Samuel Oppenheimer, Samson Wertheimer, etc.) keine öffentlichen Synagogen errichtet werden. Dazu kam es erst 1824, als die erste gemeindeeigene Synagoge in der Seitenstettengasse erbaut wurde.

Zerstört durch eine Politik des Hasses


Die jüdische Gemeinde kannte damals an die 100 Andachtsstätten, von denen aber nur 22 von außen als Synagogen erkennbar waren, ähnlich der muslimischen Gemeinschaften heute. Mit der „Reichskristallnacht“ blieb nur mehr eine einzige von diesen übrig. Ein virtueller Stadtführer des Mandelbaum Verlags lässt diese wieder zum Leben erwachen – wenn auch nur auf dem Blatt Papier. Ein mit vielen Farbfotos angereichter Band lässt Kultur auferstehen, die durch die Politik des Hasses zerstört wurde.

Bob Martens/Herbert Peter: Die zerstörten Synagogen Wiens. Virtuelle Stadtspaziergänge. Mandelbaum Verlag. 2009


 

26.08.2011 | E-Mail an die Redaktion

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