Unsere neue Serie beleuchtet Woche für Woche islamische Baukunst auf der ganzen Welt. Wir beginnen unsere Reise im fernen Japan, wo der tschechische Architekt Jan Josef Svagr im Oktober 1935 die erste Moschee entwarf. Finanziert wurde der Bau hauptsächlich mit Spenden aus Indien. Der Kobe-Tempel befindet sich auf der Insel Honshu und gilt als zentraler Treffpunkt der dort wohnenden Muslime. Aber auch viele Touristen verrichten ihr Gebet in diesem türkisch-architektonisch geprägten Prachtbau. Rund sieben Jahre arbeitete Svagr mit seinem Team an der Moschee.

Wenige Jahre nach der Eröffnung fiel dem Gebetshaus während dem Zweiten Weltkrieg eine besondere Rolle zu. Zuerst präparierten die Gläubigen die Böden, um ein Feuer bei einem möglichen Bombenangriff zu verhindern. Kurze Zeit später beschlagnahmte die japanische Marine das Gebäude und errichtete ein Versorgungslager darin. Durch den ausgeklügelten Bau bestand die Moschee gegen zahlreiche Luftangriffe und überstand viele Jahre später auch das große Hanshin-Awaji-Erdbeben von 1995. Heute unterhält die Moschee neben den regelmäßigen Gebeten, auch ein breites Angebot an Arabisch-, Koran- und Hadithkursen.