Warum die Farbe Gelb das Wiener Stadtbild in jüngster Zeit so stark prägte, zeigte am vergangenen Samstag (3.11.2012) das „Muslim Festival“ der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ). Rund 15.000 Jugendliche aus ganz Österreich fanden an diesem Tag ihren Weg in das Wiener Austria Center, um das 100-jährige Jubiläum des Islam-Gesetzes und das 16-jährige Bestehen der größten muslimischen Jugendorganisation zu feiern.

Bereits Wochen vor dem Event, das unter dem Motto „100 Jahre Islam – 100 Jahre Bewegung“ stattfand, bewarben gelbe Plakate an allen Ecken Wiens das Jubiläumsfestival. Das pompöse Fest begann mit Videoeinspielungen über die Geschichte der MJÖ, sowie amüsanten und sozialkritischen Sketches. Da es sich um einen österreichischen Geschichtsrückblick handelte, kam es auch zum Auftritt von Kaiser Franz und Kaiserin Sissi.

Kreative Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte

Ein weiterer Programmpunkt war die Verleihung des diesjährigen „Creative Muslim Contest„-Preis in den Kategorien Alternatives, Audio, Bild, Film und Text. Der bereits zum zweiten Mal stattgefundene kreative Jugendwettbewerb machte es auch in diesem Jahr der hochkarätig besetzten Jury nicht einfach. Die JurorInnen, unter anderem Kabarettist Dirk Sterman und die JournalistInnen Simon Inou, Robert Misik, Corinna Milborn und Claudia Unterweger, entschieden sich letztlich für ein animiertes Video im Google-Zeitgeist-Stil, ein kreativ gestaltetes Tagebuch, einen Rap über die Rechte der MuslimInnen, eine Zeittafel und eine Kurzgeschichte über das Leben einer bosnischen Flüchtlingsfamilie.

Der Rest des Abends gehörte einem internationalen musikalischen Bühnenprogramm. Neben der bosnischen Band Hor Hazreti Hamsa, dem mazedonisch-türkischen Sänger Mesut Kurtis und den Rap-Künstlern Ammar 114 (Deutschland) und Nasihat Kartal (Österreich), sorgten vor allem die dänische Popband Outlandisch und die US-Amerikaner Native Deen für lautes Kreischen.

Musikalische Weltpremiere

Spätestens als die Skandinavier den Welthit „Aischa“ anstimmten, riess es auch die letzten Zuschauer von ihren Sitzen. Den Höhepunkt setzten am Ende Outlandish gemeinsam mit Native Deen, die sich kurzfristig zu einem gemeinsamen Auftritt entschlossen.

Im ORF-Interview bringt es Mitorganisatorin Asma Aiad auf den Punkt: „Meine größte Motivation ist, dass wir hier Geschichte schreiben und in ein paar Jahren kann ich erzählen: Beim Jubiläum war ich dabei.“

(HS/KISMET Online)
Bilder: Muslimische Jugend Österreich