Lässt sich ein modernes Frauenmagazin ohne nackte Haut oder die Themen Diät, Sex und Gossip verkaufen? Ja, wenn es sich etwa um den türkischen Markt handelt. Überraschend waren es zwei Männer, Ibrahim Burak Birer und Mehment Volkan Atay, die im Sommer 2011 das Modemagazin „Âlâ“ gründen. Der Name bedeutet im Türkischen in etwa „außerordentlich schön“. Ziel sei es gewesen, eine Hochglanzzeitschrift für die moderne und zugleich praktizierende muslimische Frau auf den Markt zu bringen.

Das Magazin zeigt Models ausschließlich mit einem Kopftuch und Kleidern, die den islamischen Vorschriften entsprechen. „Wir wollen anders sein. Cosmpolitan, Elle, Vogue und Marie Claire, sie alle setzen auf ’sex sells'“, erläutert Birer die Motivation. In nur wenigen Monaten stieg die Auflage auf über 30.000 Ausgaben, davon gehen 5.000 ins Ausland, darunter 1.500 Zeitschriften nach Deutschland. Auch eine eigene deutschsprachige Ausgabe ist bereits angedacht.

Chefredakteurin Ebru Yayindag deutet in einem aktuellen BBC-Interview an, Âlâ verkaufe in der Türkei bereits mehr Ausgaben als Vogue oder Marie Claire. Auch wenn die großen Medienverlage dies zurückweisen, der Trend moderne Lifestyleprodukte für praktizierende MuslimInnen zu schaffen, hält weiter an.

(HS/KISMET Online)
Bild: Âlâ