Regierende Präsidentenpartei FLN (Nationale Befreiungsfront) gewinnt Parlamentswahl trotz massiver Verluste.

Im Schatten der Präsidentschaftswahl in Frankreich fanden vergangenen Donnerstag (4. Mai) die Wahlen zum algerischen Parlament statt. Überschattet von Korruptionsvorwürfen, großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und genereller Politikverdrossenheit, gaben nur 38% (-5%) der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Historische Niederlage für Opposition

Die seit der Unabhängigkeit 1962 regierende FLN von Präsident Abdelaziz Bouteflika kam auf 164 von 462 Sitzen. Trotz eines Verlustes von einem Viertel der Stimmen, errang die Nationale Befreiungsfront dank eines Wahlbündnisses mit der RND (Nationale Demokratische Sammlung) die Mehrheit im Parlament.

Dritter wurde – weit abgeschlagen – die der Muslimbruderschaft nahe stehende „Bewegung der Gesellschaft für Frieden“. Das Wahlergebnis gilt als schwerste Niederlage für die Opposition seit Einführung des Mehrparteiensystems vor 27 Jahren.