Im vergangenen Herbst gingen die Wogen hoch, als die Neubesetzung der Direktion des Jüdischen Museum Berlin für Aufsehen sorgte. Hetty Berg folgte dem abgedankten Museumsdirektor Peter Schäfer. Nationale und internationale Stimmen versuchten die Arbeit des Museums in Verruf zu bringen. Mitunter hieß es, dass die Expertin im Bereich des antimuslimischen Rassismus, die am Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung promovierte Yasemin Shooman, eine islamistische und anti-israelische Agenda verfolgte. 

Was am Jüdischen Museum Berlin noch jüdisch sei, fragte etwa der Welt-Kommentator Alan Posener. Dass er dabei viel Staub bis nach Österreich aufwirbelte und verbal um sich schlug, ist dabei wenig verwunderlich. Selbst die FAZ ließ sich darauf ein. Dort meinte Thomas Thiel: “Hetty Berg muss das JMB erst wieder zum Jüdischen Museum machen”. Die Debatte nahm weiterhin an Dynamik zu. Auch Yasemion Shooman meldete sich in der TAZ zu Wort und Micha Brumlik konstatierte einen Rufmord.

In Österreich wurde der renommierte Politikwissenschaflter und Islamforscher Farid Hafez in einem Kommentar von Posener in der Welt verrissen, wobei dieser gegen die Welt klagte und gewann. Dort ist nun der Widerruf zu lesen: “Die Axel-Springer SE widerruft die Behauptung, Mag. Dr. Farid Hafez habe Verbindungen zu den Muslimbrüdern, als unwahr.”