Am 12. November luden die Diplomatische Akademie in Wien und der Böhlau-Verlag zur Buchpräsentation „Feindbild Islam – Über die Salonfähigkeit von Rassismus“ ein. Nach einer Begrüßung durch die stellvertretende Direktorin der Diplmatischen Akademie, Susanne Keppler-Schlesinger sowie der Verlagsleitung des Böhlau-Verlags, Waltraud Moritz, präsentierte der Autor Farid Hafez (Universität Salzburg und Georgetown University) dabei weniger sein Buch, als grundsätzliche Thesen zum Rassismus in Europe.

Fehlender Wortschatz beim Thema Rasissmus

Hafez stellte eingangs fest, dass man im Nachkriegseuropa Rassismus als überwunden betrachtet habe und aus dieser Selbstidealisierung heraus im Deutschen eine entsprechende kritische Auseinandersetzung mit Rassismus schwerfalle. Er diskutierte den anti-muslimischen Rassismus dabei nicht als nationales Phänomen der Gegenwart, sondern ging insbesondere auf das Jahr 1492 ein. Dieses hätte mit dem Beginn der ‘Entdeckung’ der Amerikas durch den „Weißen Mann“ sowie der ‘Rechristianisierung’ Andalusiens und der Vertreibung der muslimischen und jüdischen Bevölkerung die Grundlage für eine globale rassistische Struktur, die mit Klasse und Gender einhergeht, gelegt.

Dimension der internationalen Politik

International habe sich der anti-muslimische Rassismus in jüngster Zeit insbesondere aus dem Vakuum nach dem Untergang der UdSSR herausgebildet. Das Feindbild der roten KommunistInnen wurde durch jenes der grünen MuslimInnen ausgetauscht. Damit hätten die Anschläge des 11. September 2001 lediglich eine bereits existierende Struktur auf internationaler Ebene verhärtet, so Hafez. In der Diskussion thematisierten anschließend der Redner gemeinsam mit der Geschäftsführerin von ZARA-Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, Barbara Liegl, gegenwärtige Ausprägungen von Islamophobie.