Helle Aufregung herrscht rund um die Auftaktveranstaltung des von FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache initiierten Thinktank „Denkwerk Zukunftsreich“. Im Wiener Kursalon diskutierte der Freiheitliche Parteichef unter anderem mit dem umstrittenen Politologen Michael Ley, dem eine Nähe zur Neuen Rechte unterstellt wird. Vor rund 700 Gästen echauffierte sich Ley über die angeblichen Gefahren des Islams.

Der Begriff Islamismus sei „eine Erfindung der europäischen Gutmenschen“ und es gäbe keinen friedlichen Islam. Auf die Frage des Moderators, ob der Islam liberaler gestaltet werden könne, meinte Ley: „Ein Totalitarismus ist nicht liberalisierbar“. Europa und der ganzen Welt stehe eine Islamisierung sowie „die Endlösung des Judentums“ bevor. Es folgten weitere Vergleiche von MuslimInnen mit dem Nationalsozialismus.

In seinen Ausführungen attackierte er auch österreichische Muslime wie den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, und den Politikwissenschaftler Farid Hafez. Dieser erstellte als Reaktion eine Crowdfunding-Kampagne, um eine Klage zu organisieren und sammelte in weniger als einem Tag mehrere Tausend Euro.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatten sich der Historiker Doron Rabinovici und SOS-Mitmensch Obmann Alexander Pollak äußerst kritisch gegenüber der Veranstaltung gezeigt. Die Liste Jetzt kündigte zudem an, den Zusammenhang der Veranstaltung mit dem Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport parlamentarisch aufzuarbeiten. Die SPÖ hatte bereits zuvor eine parlamentarische Anfrage gestellt, um die Kosten und Hintergründe des Thinktank zu erfragen.