Die offizielle Vertretung der MuslimInnen hat einen neuen Präsidenten: Der in Wien aufgewachsene Ümit Vural ist seit Anfang Dezember an der Spitze der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ). Nach internen Querelen haben die wichtigsten Gremien der IGGÖ seinem Vorgänger Ibrahim Olgun nach nur zwei Jahren das Vertrauen entzogen.

In seinem Antrittsvideo, das durch die sozialen Medien ging, verdeutlicht Vural seine Ziele: „Die Glaubensgemeinschaft muss besser werden. Das erwarten die Muslime in Österreich von uns. Schon aus unserem eigenen Selbstverständnis und aus unserem eigenen Selbstanspruch heraus, müssen wir alle Hebel in Bewegung setzen und uns zukunftssicher aufstellen.“ Der neu gewählte Präsident sieht diese Herausforderung aber auch als eine gesamtgesellschaftliche und möchte„reformieren, verbessern und professionalisieren“.

Vural verdient sich seine politische Sporen

Der erst 36-jährige Wiener ist im zentralanatolischen Yozgat geboren und kommt als junges Kind in die Bundeshauptstadt. Er schließt ein Studium der Rechtswissenschaft ab und engagiert sich früh in einem Gebetshaus im 15. Wiener Gemeindebezirk.

Neben seinem religiösen Einsatz verzeichnet er bei den Arbeiterkammer-Wahlen 2009 einen großen politischen Erfolg. Mit seiner neu gegründeten Liste „Perspektive“zieht er auf Anhieb in die AK-Vertretung ein und gewinnt wenige Jahre später weitere Mandatare hinzu. Politische Erfahrung sammelt er so sehr früh.

Herausforderungen gibt es für den neuen Präsidenten genug. Vor allem die jüngst verabschiedeten Gesetze der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung werden ihn wohl sehr beschäftigen.