Die bekannte ORF Journalistin Lou Lorenz-Dittelbacher führt Gespräche mit bekannten österreichischen Politikerinnen. Acht ehemalige Politikerinnen öffnen sich Lorenz-Dittelbacher und erzählen von ihrem Aufstieg, verpassten und ergriffenen Chancen, von Männernetzwerken, dem Abschied von der Macht und die Orientierung im Leben danach. Ein bisher wenig dargeegtes Kapitel über den Aufstieg und die Kämpfe, die Frauen in Österreich auf dem Weg zru Macht gehen müssen, der aber auch Einblicke in das Privatleben und die Kindheit lässt.

Lou Lorenz-Dittelbacher, Der reis der Macht. Österreichische Politkerinnen blicken zurück, Residenz Verlag, 2018.

Der langjährige Journalist und stellvertretende Chefredakteur der Wiener Zeitung zeigt in seinem neuen Buch „Der neue Kampf um Österreich. Die Geschichte einer Spaltung und wie sie das Land prägt“ die tiefen Gräben, die lange als überwunden galten und wie sie heute das Land wieder spalten. Hannes Leidiniger und Verena Moritz versuchen in ihrem Buch „Umstritten, verspielt, gefeiert“ Trends ind er Entwicklung der Republik Österreich in den letzten Jahren aufzuzeigen, von Kriegen und Gewalt, Feindbildern und Identitätssfindung, Systembrüchen und Strukturwandel, Kontinuitäten und Veränderungen, Macht- und Vermögensverteilung.

Walter Hämmerle, Der neue Kampf um Österreich. Die Geschichte einer Spaltung und wie sie das Land prägt, edition 1, 2018.

Hannes Leidiniger und Verena Moritz, Umstritten, verspielt, gefeiert. Die Republik Österreich, Hamyon, 2018.

Gerhard Donhauser, habilitierter Philosoph und Jurist, der mitunter am Hans Kelsen-Institut in Wien forscht, philosophiert in seinem neuesten Werk „Das kälteste aller kalten Ungeheuer“ über den Staat und seinen Krise. In Anlehnung an Hobbes und Nietzsche begreift er den Staat als ein Ungeheuer. In den Mittelpunkt seiner Analyse stellt er den Souveränitätsanspruch des Staates und diskutiert insbesondere dessen repressive Züge. Dabei schlägt Donhauser vor, dass nur unter Rückgriff auf die eigentlichen, autoritären Grundlagen von Staatlichkeit diesen begegnet werden könne. Donhauser diskutiert dabei, inwiefern sich Alternativen vorstellen ließen, jenseits von autoritärem Staat und anarchischen Utopien.

Gerhard Donhauser, Das kälteste aller kalten Ungeheuer. Vom Staat und seinen Krise, NAP, 2018.

Axel Hacke, einer der bekanntesten Autoren und Journalisten Deutschlands, geht in seinem neuen Buch „Über den Anstand in schwierigen Zeiten“ der Frage nach, was eigentlich ‚Anstand‘ ist. Ausgehend davon, dass wir uns an viel zu viel anstandslosen Gepflogenheiten gewöhnt hätten, von unverschämtem Umgangston, über Shitstorms udn Beleidigungen hin zu Lügen und Maßlosigkeit im Urteil über andere, geht er dieser grundlegenden Frage nach. Dabei scheint die Medizin, die Hacke vorschlägt, recht einfach, wenn sie auch viel abverlangt: Der Verrohung sei vor allem eines entgegenzusetzen, so Hacke: Denken.

Axel Hacke, Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen, Goldmann, 2018.

Thilo Bode ist eine bekannte Größe in der alternativen Denkwelt zu hegemonialen Konzernen. Als langjähriger Kämpfer für die grüne Sache und Kritiker globaer Ausbeutungsverhältnisse ist er hinlängst bekannt. Seine vorhergehenden Schriften zu Demokratie, Nahrung und TTIP kulminieren nun in einem weiteren Werk. In „Die Diktatur der Konzerne. Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören“ versucht Bode einen Weg aufzuzeigen, wie die Macht der Konzerne gebrochen werden könne und die Menschen dadurch ihre Souveränität wieder zurückgewinnen könnten.

Thilo Bode, Die Diktatur der Konzerne. Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören, S. Fischer, 2018.

Der deutsche Theologe Heinrich Grosse hat eine Zusammenschau von Texten des Bürgerrechtskämpfers Martin Luther King erstellt, die einen Überblick über seine wichtigsten Stationen geben sollen. Darin sind nicht nur religiös inspirierte Texte zu lesen, sondern auch jene, in denen er den Imperialismus der USA angekreidet hatte, wie seine Rede in Vietnam. Ein schönes Überblickswerk, das zugleich das letzte Vermächtnis des inzwischen verstorbenen Heinrich Grosse darstellt.

Martin Luther King, Ich habe einen Traum. Ein Lesebuch, Patmos, 2018.

Benham T. Said, der Autor des Werkes „Islamischer Staat“ hat nun mit einer Geschichte al-Qaidas deren Entstehung, zentrale Akteure, derzeitige Verbreitung sowie das Verhältnis zum IS dargestellt. Der ausgebidete Islamwissenschaftler und Experte für Extremismus sowie ehemalige Hamburger Verfassungsschützer stellt nicht nur kompakt die Geschichte der Terrororganisation dar, sondern analysiert auch neu erschlossenes Material.

Benham T. Said, Geschichte al-Qaidas, CH Beck, 2018.

In „Armageddon im Orient“ erzählt der renommierte Nahost-Journalist und ehemalige Korrespondent der Wochenzeitung Die Zeit, Michael Lüders, was es mit der Verbindung der USA zum Königreich Saudi Arabien auf sich hat und worum es in dem Konflikt gegen den Iran geht. Vor dem Hintergrund der Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran und der Absage an das Atomabkommen schätzt Lüders die Risiken einer weiteren Verschlechterung bis hin zu einem Kriegsszenario ein.

Michael Lüders, Armageddon im Orient, CH Beck, 2018.

Der weltbekannte Historiker and er Yale University, Timothy Snyder, analysiert in seinem neuesten Buch „Der Weg in die Unfreiheit. Russland, Europa, Amerika“ den Trend zu autoritärer Politik, welcher sich in den Personen Trump, Putin und den rechten Politikern Europas verdeutlicht. Der Angriff auf die liberale Politik, wie sie von Putin unterstützt wird, der freie Wahlen manipuliert, Fake News verbreitet, Cyberangriffe startet, Minderheiten verfolgt und Rechtsradikale finanziert, steht im Mittelpunkt seiner beunruhigenden Untersuchung über eine Welt, in denen russische Oligarchen und Donald Trump gemeinsame Sache machen und Stück für Stück die liberale Ordnung zerbröckelt. Ein Wachruf! In „Digital Demagogue. Authoritarian Capitalism in the Age of Trump and Twitter”, untersucht Christian Fuchs das Verhältnis zwischen Kommunikationsstilen und autoritärem Kapitalismus, Nationalismus sowie rechter Ideologie des TV- und Twitter-Präsidenten, Donald Trump. Bob Woodward zeigt in seinem Buch „Furcht. Trump im Weissen Haus“ auf, welche persönlichen Überzeugungen Trump in seiner Politik der Angst bewegen, diese Strategie geplant und stringent einzusetzen.

In “Why Turkey is Authoritarian” erzählt Halil Karaveli die Geschichte der Türkei von einer neuen Perspektive. Entgegen dem weit verbreiteten Ansatz des Westens, in der Auseinandersetzung zwischen dem Westen und der Türkei einen Kampf der Kulturen zu sehen, zeigt Karaveli auf, dass dieses Schema zu verinfacht ist. Von Atatürk bis Erdogan zeigt der Autor auf, wie unterschiedliche soziale Gruppen um Macht rangen und ringen und welche Bedeutung Rechtspopulismus für die linke Perspektive hier hat.

Bob Woodward, Furcht. Trump im Weissen Haus, Rowohlt, 2018.

Halil Karaveli, Why Turkey is Authoritarian. From Atatürk to Erdogan, Pluto Press, 2018.

Christian Fuchs, Digital Demagogue. Authoritarian Capitalism in the Age of Trump and Twitter, Pluto Press, 2018.

Timothy Snyder. Der Weg in die Unfreiheit. Russland, Europa, Amerika, CH Beck, 2018.

Die Wissenschaftlerin Sylvia Chan-Malik an der Rutgers University untersucht in ihrem neuen Buch „Being Muslim. A Cultural History of Women of Color in American Islam” muslimische Frauen als Ausdruck Schwarzen afro-amerikanischen Islams und globaler Glaubensgemeinschaft. Im Mittepunkt ihres Interesses steht es, wie Gemeinschaften von amerikanischen Musliminnen Orte der Sicherheit, der Unterstützung, Spiritualität und des sozialen Aktivismus werden. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über die kollektiven Anstrengungen von muslimischen Frauen in der Phase nach dem 11. September 2001. Die Autorin zeigt die Vielschichtigkeit von Ausdrücken muslimischer Frauen auf und thematisiert, wie sich das Verständnis des Islams entlang der Entwicklung von Weißem Nationalismus verändert hat.

Sylvia Chan-Malik, Being Muslim. A Cultural History of Women of Color in American Islam, NYU Press, 2018.

In “Enemy of the People” zeigt der Journalist und Experte in den Internationalen Beziehungen, Marvin Kalb den Kampf Donald Trumps gegen die freie Presse auf. Dabei plädiert er für einen Einsatz für dieses wichtige Korrektiv gegen autoritäre Politik und thematisiert nicht nur die historisch wichtige Bedeutung, die der freien Presse in den USA zum Erhalt von Demokratie zukommt, sondern auch, was es bedarf, um diese vor den derzeitigen Angriffen vonseiten Trumps zu erhalten.

Marvin Kalb, Enemy of the People, Brookings Institution, 2018.

Ronan Farrow unteruscht in seinem Werk „Das Ende der Diplomatie“ den Wandel der amerikanischen Außenpolitik und schätzt die Gefahren dieses ein. Er sieht nicht nur ein Abdanken der US-Außenpolitik, sondern damit aéinhergehend auch einen Schwund der Führungsqualität der USA als westliche Führungsmacht insgesamt. Der US-Exdiplomat warnt vor den fatalen Konsequenzen der Trump-Politik für die Welt.

Der bekannte Politikwissenschaftler Hab Brands und Distinuished Professer an der Johns Hopkins University und ehemalige Pentagon-Mitarbeiter diskutiert in seinem neuesten Werk „American Grand Strategy in the Age of Trump“, wie eine große Strategie der US-Außenpolitik auszusehen habe. Zurückgehend auf die reiche Geschichte US-amerikanischer Außenpolitik diskutiert er dabei die wichtigsten Fragen, die sich unter Trump stellen, von der Rolle von militärischer Macht, die neue Grenzpolitik Trumps und mögliche Zukunftsszenarien aus heutiger Sicht. Einer der besten Analysten für dieses Thema.

Hab Brands, American Grand Strategy in the Age of Trump, Brookings Institution, 2018.

Ronan Farrow, Das Ende der Diplomatie, Rowohlt, 2018.

In “Decolonization. A sort history” haben der Historiker vom German Historical Institute Jan C. Jansen und der Zeithistoriker von der Universität Konstanz, Jürgen Osterhammel ein Überblickswerk zur Entkolonilaiserung von Territorien, die abermals von europäischen, japanischen und US-amerikanischen Kolonialmächten besetzt waren, geschaffen. Sie zeigen dabei auf, welche wichtigen Stationen durchlaufen wurden, in welchen Kontexten sie stattgefunden haben und zu welchen Früchten sie geführt haben. Dabei wird auch Bezug auf die Umstrukturierung der Weltpolitik sowie die ökonomischen Zwänge, die mit der Dekolonialisierung einhergingen, genommen. Ein wichtiges Überblickswerk.

Jan C Jansen und Jürgen Osterhammel, Decolonization. A sort history. Princeton University Press, 2017.

Die Theologen Bacem Dziri und Amir Dziri versuchen in ihrem Buch „Aufbruch statt Abbruch“ Antworten zu geben auf die Frage, wie in unserer Gesellschaft die Zukunft im Hinblick auf Pluralismus und die damit einhergehende Vielfalt religiöser Werte gestaltet werden kann. Vor dem Hintergrund der weiteren Immigration von Menschen, insbesondere in Deutschland, versucht dieser Sammelband Antworten zu geben auf gesellschaftlich gestellte Fragen.

Bacem Dziri und Amir Dziri, Aufbruch statt Abbruch. Religion und Werte in einer pluralen Gesellschaft, Herder, 2018.