HATICE SCHMIDT: dein leben ist kein Zufall

Hatice Schmidt zählt zu eine der bekanntesten deutschen Beauty-Youtuberinnen ihrer Zeit.  Gerade in einem solchen Business ist man oft mit harten Vorurteilen konfrontiert und die Arbeit, die dahintersteckt, oftmals nicht gewürdigt.

In ihrer Biographie „Dein Leben ist kein Zufall: Mein Weg zu mir“ schildert die kluge, dynamische Unternehmerin nicht nur, wie sie sich mit der Plattform Youtube ein großes Unternehmen hart erarbeitet hat, sondern gibt gerade all jenen Hoffnung, die nicht mit einem goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen sind. Sie zeigt, dass Fleiß und Glaube einen oftmals an Orte bringen, an denen der Verstand noch lange nicht angekommen ist.

Fazit

Eine starke, berührende Geschichte einer Gastarbeiter-Tochter, die sich ihre Träume selbst erkämpft hat. Die Rolex an ihrem Arm, die Mercedes G-Klasse und die zahlreichen Designerhandtaschen sind ihr Erfolg, den man ihr – vor allem nachdem man ihre Lebensgeschichte kennengelernt hat- nur aus ganzem Herzen gönnen kann.

€ 12,- , Rowohlt Verlag

Aladin El-mafaalani: das integrationsparadox

Aladin El-Mafaalanis positive Sicht auf das immerwährende Thema Integration in Deutschland (und in der Welt) holt uns da ab, wo es soll – im hier und jetzt der Dinge. Die Thesen sind nicht neu, aber die Gelassenheit, in der sie aufgezeigt und erklärt, schon.

Gewisse Inhalte schaffen es von Natur aus regelmäßig in die Schlagzeilen. Themen wie Populismus, Flucht, Integration und Not finden nicht erst seit der Flüchtlingsthematik von 2015 vermehrte Aufmerksamkeit. Tendenziell sind es solche oder ähnliche Debatten, die den Drang nach mehr Sicherheit und Isolation von eigentlich offenen Gesellschaften befördern. Grund genug, dass sich ein Politikwissenschaftler Fragen hierzu stellt und sie versucht auf eine einfache und verständliche Art zu beantworten.

Der Titel, „Das Integrationsparadox: Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt“, führt kurz und knapp aus, worum sich die These des Autors dreht. El-Mafaalani untersucht die scheinbar widersprüchlichen Seiten der Integration. Er geht der Frage nach, wieso das Mantra der befriedeten Gesellschaft durch Integration nicht eintritt, sondern ganz im Gegenteil zu scheinbar mehr Konflikten führe. Dennoch spricht er vom Glas, das noch nie so voll oder so wenig leer war wie gegenwärtig.

Fazit

Minimalistisch, aber dennoch äußerst anschaulich erläutert der Autor die Konzepte der offenen und geschlossenen Gesellschaft und den Wandel in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte. Hauptstück des Buches sind die Themenkomplexe der inneren und äußeren Offenheit und die sich daraus entwickelnden Konflikte, die zwar allseits bekannt, aber frisch aufgesetzt sind. Das hieran anschließende Fazit verdeutlicht eindringlich, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.

€ 15,- , KiWi Verlag

christian ankowitsch: Die kunst einfach lösungen zu finden

Christian Ankowitsch reiht sich wie viele andere Autoren in die Reihen jener SachbuchautorInnen ein, die versuchen, eine Lösung für unsere Problem zu finden. Der Unterschied zu diesen „anderen“ ist jedoch, dass Ankowitsch auf amüsante Art und Weise die LeserInnen darauf aufmerksam macht, dass nur sie allein in der Lage sind, sich aus ihren – oftmals – selbstgeschaffenen Probleme zu ziehen. So einfach? Zu einfach?

Mit anschaulichen Beispielen aus Philosophie, Psychologie, Gehirnforschung usw. zielt der Autor vor allem darauf ab, die LeserInnen dazu zu motivieren, die „Opferrolle“ abzulegen und endlich frau/mann über ihre eigene Lage zu werden. Auf diesem Weg hilft Ankowitsch übliche Herangehensweisen bei Lösungsfindungen zu hinterfragen und womöglich zu verändert; oder zumindest positiv zu beeinflussen.

„Houston, haben wir überhaupt ein Problem? Eigentlich nicht. Wir müssen schon etwas dafür tun und eine Tatsache als Problem betrachten wollen. Das lässt sich glücklicherweise abstellen.“  [Ankowitsch: 75]

Aus „Problemen“ sollen endlich „Problemchen“ werden: Realisieren soll der Leser/die Leserin die Tatsache, dass viele Alltagsprobleme nicht so „tragisch“ sind, wie man im ersten Augenblick denkt.

Fazit

Ein aufrüttelnder -nicht allzu klassischer- Ratgeber, der mit einer guten Mischung Humor und Ernsthaftigkeit zum Denken anregt und es vielleicht doch schafft, festgefahrene Denkmuster nachhaltig zu ändern.

Disclaimer: Ankowitsch selbst macht in seiner Einleitung klar, an wen sich sein Buch richtet. Gerade jene, die ernsthafte Probleme mit sich herumschleppen, sollen sich in die Hände von ExpertInnen und Experten begeben. „Diese Profis werden Ihnen zur Seite stehen, unvergleichlich besser als der Autor eines solchen Textes das jemals könnte.“

€ 18,- , Rowohlt Berlin

Nancy Kline: time to think Zehn einfache regeln für eigenständiges denken und gelungene kommunikation

In ihrem Buch „Time to Think“ zeigt die Autorin Nancy Kline ihren LeserInnen eine „neuartige“ und „andere“ Art zu denken und zu kommunizieren. Eine Methode, die keine bahnbrechende neue Entwicklung ist, in unserer schnelllebigen Gesellschaft aber trotzdem kaum noch Platz findet und oftmals als Zeitverschwendung abgetan wird: Zuhören.

Im aufmerksamen, kommentarlosen Zuhören sieht Nancy Kline die Lösung für viele unserer Kommunikations- und Denkfehler. Sie ist davon überzeugt, dass die Gedanken, die unsere Realität mitformen, auch anders von uns allen genutzt und bewertet werden könnten, wenn wir ihnen den nötigen Raum dafür gäben.

Dafür benötigen wir lediglich ein wertschätzendes Thinking Environment, in dem eigenständiges Denken ermöglicht und akzeptiert wird. Ein Thinking Environment, das Incisive („durchdringend“) Questions stellt, bringt uns im Leben voran und verhindert, dass wir in festgefahrenen Verhaltensmustern verharren.

Fazit

Ein gelungenes Werk, das uns klar vor Augen führt, dass Infantilisierung, egal ob in der Politik oder in zwischenmenschlichen Beziehungen, dazu führt, dass wir niemals lernen, Herr/Frau über unsere eigene Gedankenwelt zu werden.

Rowohlt Verlag, € 12,99,-